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Klappe die Zweite: Wie entsteht ein Buch?

Teil 2: Alles rot, rot, rot! (Vom Manuskript zum druckfertigen Buch)

Wie entsteht eigentlich so ein Buch? Im ersten Teil ging es um die Ideenfindung. In diesem Teil erzählen wir euch, wie aus der Idee ein Buch wird. Der Autor hat gewerkelt, genäht, gebastelt und natürlich Anleitungen geschrieben – das Manuskript. Das haben wir jetzt auf dem Tisch liegen, aber ein Buch ist das noch nicht. Erstmal müssen die Fachmänner ran!

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Sobald wir das Manuskript, also den puren Text, zusammenhaben, fängt die rote Phase an. Der Stift wird gezückt und wir fechten mit schiefen Sätzen, „nähmlichs“ und zählen die „t“s in den Schnittteilen. Außerdem überlegen wir uns ein Layout und versuchen, unseren Grafikern zu erklären, was zwar als Bild im Kopf vielleicht schon steht, in Worten aber manchmal schwer auszudrücken ist. Da kommt dann so was raus wie „Tipps bitte wie Marmeladenetiketten“. Aber da unsere Grafikerinnen so was wie Gedankenleser sind, kommt meistens auch genau die Gestaltung raus, die wir uns vorgestellt haben. Dann machen wir das Manuskript satzfertig, das heißt, wir schreiben in den Text, was eine Überschrift ist und welche Art von Überschrift es ist. Danach hat das Dokument viele Vermerke wie „Ü1“, BU2“ und „T7“. Wer’s versteht …

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Zeitgleich werden von den Modellen, die im Buch beschrieben werden, Fotos gemacht. Dafür werden die Bastelarbeiten und Werkstücke zu unserem Fotografen ins Studio gebracht. Das ist manchmal gar nicht so einfach! Schultüten, Gartendeko oder Sahnetorten benötigen einen besonderen Transport. Im Studio sind wir natürlich auch dabei. Hier müssen wir dann Stylist, Regieassistenz und Art Director auf einmal sein und auch noch einen Blick dafür haben, ob man alles Wichtige gut sieht.

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Dann geben wir das Malheur aus Texten, Fotos und Layoutanweisungen an unsere Grafiker. Die zaubern dann. Und auf einmal … sieht es fast schon aus wie ein Buch!

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Sobald das Buch aufgebaut ist, kriegen die Autoren ihr Werk zurück, nun natürlich gesetzt und mit Bildern, und müssen noch einmal ganz genau schauen, ob man in Reihe 10 wirklich schon abmaschen muss und die Vlieseline in der Beschreibung auch wirklich die Bügeleinlage war, die sie damals zum Nähen verwendet haben.

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Danach sind dann die Lektoren dran. Neben fiesen Tippfehlern, Buchstabendrehern und leidigen Kommafehlern kümmern sie sich darum, dass man auch alles versteht. Das ist bei Handarbeits- und Basteltexten super wichtig, sonst rufen nachher viele verwirrte Leser an.

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Die Bücher werden dreimal korrigiert, nach jedem Korrekturdurchlauf geht es zurück zum Grafiker, der die Korrekturen eingefügt. Manchmal wundert man sich, wie die armen Grafiker unsere Sauklauen lesen können, mit denen wir kryptische Korrekturzeichen auf die Blätter kritzeln.

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Außerdem werden die Fotos überprüft. Stimmen die Farben? Sieht man den BH vom Model? Sind da Fliegenkleckse auf dem Faltstern? In der Reproduktion werden dann Fußpilz und Pickel, Kratzer und Nasenhaare retuschiert. Auch ein toller Job.

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Nebenbei gibt es auch noch ein Cover, das entworfen werden muss, mit einem Titel, der schön sein und gut klingen muss und nebenbei aber auch noch erwähnen soll, dass es um Acrylmalerei für Anfänger zum Verschenken gehen soll. Nichts leichter als das.

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Irgendwann ist das Buch dann soweit herausgeputzt, dass man es aus den Händen geben kann. Meistens ist der Termin, an dem die Daten an die Druckerei geschickt werden müssen, viel zu früh. Am liebsten würde man das Buch noch einmal durchschauen, die Farben vielleicht noch mal ändern und eigentlich ist das Foto auf Seite 3 nicht so super … Am Ende wird deshalb alles ein bisschen hektisch und chaotisch. Wir bewahren natürlich immer einen kühlen Kopf dabei.

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Zuletzt werden noch händeringend und mit zittrigen Fingern die Infos für Werbung und Presse zusammengekratzt. Schließlich muss die Welt von unserem tollen Buch erfahren.

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Dann geht das gute Stück in die Druckerei. Doch davon erzählen wir demnächst mehr, im dritten Teil der Reihe!

Teil 1: Auf Ideenjagd!

Teil 3: Von der Druckerei bis in die Buchhandlung

2 Kommentare

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