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Cyanotypie

Ich habe bei meinem Japan-Trip letztes Jahr Cyanotypie-Papier entdeckt und musste es unbedingt ausprobieren! Die Bilder, die darauf entstehen, sind irgendwo zwischen Negativ, Schattenriss und Sepia-Fotografie einzuordnen und geben einfachen Bildern eine stylische Vintage-Anmutung. Außerdem ist es kinderleicht und geht schnell!

Zuhause stellte ich fest, dass man Cyanotypie-Papier auch hier kaufen kann, zum Beispiel bei Astromedia, es gibt aber auch lichtempfindliche Farbe, mit der man dann Stoff und größere Flächen gestalten kann, zum Beispiel von Spürsinn. Cyanotypie wurde im 19. Jahrhundert entwickelt, Papier wird in einer lichtempfindlichen Farbe gebadet, danach getrocknet. Dieses Produkt kann man heute fertig kaufen, in einer Packung sind ca. 15 Papiere im Postkartenformat.

Wenn man auf das Papier einen Gegenstand mit interessanter Form platziert und das Ganze dann ca. 10-20 Minuten in die Sonne legt, hat man danach einen blauen Abdruck des Gegenstands, das restliche Papier wird weiß. Nun spült man das Papier noch mit Leitungswasser ab und lässt es trocknen. Jetzt ist die Silhouette hellblau und der Rest des Papiers dunkelblau! Nach dem Trocknen muss das Papier noch geglättet werden, indem man es ca. einen Tag in ein Buch legt, aber danach hat man entzückende Bilder in hübschen Blau!

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Eine der ersten, die Cyanotypie anwendete, war Anna Atkins. Schon als Kind war sie begeistert von der Wissenschaft und gilt heute als eine der ersten Fotografinnen. Sie gestaltete Bücher mit botanischen Illustrationen und Fotografien und veröffentlichte 1841 ein Buch über britische Algen, die sie mit Cyanotypie abbildete. Das klingt vielleicht eklig, sieht aber wunderschön aus!

Anna_Atkins_algae_cyanotype

 

Heutzutage wird Cyanotypie vor allem künstlerisch verwendet, bei Tasha Lewis und Carrie Witherell findet ihr tolle Beispiele:

Wenn ihr jetzt auch Lust bekommen habt, dieses Medium einmal auszuprobieren, hier noch folgende Tipps für Cyanotypie-Papier:

  • Geht vorher in der Natur spazieren und sammelt Blätter, Samen, Zweige, Federn oder Muscheln, die ein interessantes Abbild schaffen.
  • Auch Schattenrisse sehen toll aus, etwa von Personen oder Tieren. Einfach Silhouetten im Internet suchen, ausdrucken und ausschneiden. Auch die Silhouette einer geliebten Person (oder Katze) eignet sich dafür.
  • Befestigt flache Gegenstände mit einer Glas- oder Plastikplatte, dann kann nichts wegfliegen.
  • Bedenkt bei dreidimensionalen Objekten, dass der Schatten nicht unbedingt der Silhouette entspricht, wenn die Sonne schräg auf das Papier scheint.
  • Wenn ihr verschwommene oder hellere Silhouetten haben wollt, nehmt einige der Gegenstände vor dem Ende der Belichtungszeit wieder ab, sie sind dann heller als die, die länger auf dem Papier lagen. Das sieht besonders bei Farn sehr schön aus.
  • Auch Alltagsgegenstände eignen sich, z. B. Schmuck, Münzen, Schlüssel, Besteck …
  • CYMERA_20140328_114229Wenn man es lange genug belichtet, kann man auch eine Schwarz-Weiß-Kopie oder ein Fotonegativ verwenden.
  • Da man während der Belichtungszeit immer ein bisschen warten muss, hört Musik, lackiert euch die Nägel bunt oder stempelt ein T-Shirt!

CYMERA_20140328_114719Ihr wollt lieber großflächig mit Cyanotypie-Farbe arbeiten? In unserem Jutetaschenbuch findet ihr Tipps dafür!